Schreibworkshop mit Kulturpreisträgerin Pauline Füg

Am 23. Februar erlebten die Schülerinnen der Schreibwerkstatt sowie die Klasse 8c die Poetry-Slammerin und Kulturpreisträgerin Pauline Füg hautnah. Denn für sie gab die Autorin von der dritten bis zur sechsten Stunde einen Workshop am EGF, in dem die Jugendlichen alles über den Poetry Slam erfuhren. Theoretisch wie praktisch!

Zu Beginn trug Pauline Füg einen selbst verfassten Text vor, um den Anwesenden ein Gefühl für Geschriebenes und Kreatives zu vermitteln, bevor sie die grundlegenden Regeln bei einem Poetry Slam erklärte. Für das Publikum wären das: ganz fleißig applaudieren und aufmerksam zuhören. Möchte man selbst seinen Text bei einem Wettbewerb vortragen, gibt es drei Dinge zu beachten. Es gibt ein Zeitlimit, das meist fünf Minuten beträgt, der Text, den man auf der Bühne vorliest oder aufsagt, muss selbst geschrieben sein. Und zu guter Letzt darf man keine Hilfsmittel verwenden, wie ein Kostüm oder ein Musikinstrument. Der Wettbewerb wird meist in zwei Blöcken ausgetragen, getrennt durch eine Pause. Aus jedem Block wird ein Finalist ermittelt und am Ende im Finale entscheidet sich der endgültige Sieger. Dies geschieht entweder durch die Lautstärke des Applauses im Publikum oder durch eine spontan ausgewählte Jury, die den Text mit Punkten von 1 ("Dieser Text hätte nie geschrieben werden dürfen!") bis 10 ("Ich möchte den Autor mitnehmen und in meinen Schrank deponieren, damit er mir immer einen seiner Texte vorlesen kann, wenn ich das will!") bewertet.

Im Laufe des Tages bekamen die Schüler mehrere Videos von Poetry-Slammern gezeigt, die ihre Texte vortragen, oder von ihrem Leben als Poeten erzählen. Auch Pauline Füg berichtete sehr spannend vom Alltag einer Poetry-Slammerin und die Schüler durften sie mit Fragen löchern.

Aber es blieb nicht bei der grauen Theorie – die Jugendlichen mussten auch selbst ran! Neben Theater- und Sprechübungen verfassten die Schüler eigene Texte und Gedichte.

Hier zwei Beispieltexte:

Ich heiße Angst
Ich bin so groß und dunkel
Ich war einst klein und nichtig,
doch die Menschen schürten mich
Meistens greife ich Leute so plötzlich an
Manchmal bekämpft man mich
Doch nie besiegt man mich
Gestern bemerktest du mich noch nicht
Jetzt herrsche ich über dich!

(Philipp Schüpferling)

 

Ich heiße Schnee
Ich bin kalt, leicht und schwebe durch die Luft
Immer wieder bin ich gegangen
Meistens sieht man mich im Winter, wenn die Menschen Weihnachtslieder singen
und die Luft nach Plätzchen duftet
Manchmal mache ich den Menschen Freude
Nie sieht man mich bei Wärme, denn sie bringt mich um
Gestern flog ich über Wiesen und schmückte die Landschaft weiß
Jetzt liege ich auf der Erde und die Kinder spielen lachend mit mir.

(Annika Butzke)

 

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