Neue Erfahrungsräume im ganz normalen Leben

Wertebildung bei jungen Menschen

Angesichts erkennbarer gesellschaftlicher Veränderungen ist ein Konsens gemeinsam getragener Grundhaltungen offensichtlich immer bedeutsamer. Dazu will am Ehrenbürg-Gymnasium das soziale Projekt, das seit vielen Jahren in der 10. Jahrgangsstufe durchgeführt wird, einen wesentlichen Beitrag leisten.

50 Schülerinnen und Schüler meldeten sich freiwillig , um Erfahrungen in sozialen Einrichtungen zu sammeln. Dabei mussten sie den Mut aufbringen, Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Zwei Tage lang fand Lernen nicht in den gewohnten Unterrichtsräumen statt, sondern an sozialen Brennpunkten in der Begegnung mit Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft leben.

So wurde die Schulbank ausgetauscht gegen die Essensausgabe im Obdachlosenheim und das Spielen, Basteln und Vorlesen in verschiedenen Altersheimen und Kindertagesstätten. Auch die Zusammenarbeit mit drogenabhängigen Menschen, die Betreuung von behinderten Menschen in der Lebenshilfe und die

Gespräche mit psychisch Kranken werden den jungen Menschen in Erinnerung bleiben.

Nach zwei arbeitsreichen Tagen berichteten die Schülerinnen und Schüler von ihrer Tätigkeit in einem Auswertungsgespräch an der Schule. Sie erzählten von Menschen, die trotz eines schweren Schicksals versuchen ihr Leben zu meistern. Manche selbstverschuldete Biographie, wie z.B. die von Drogenabhängigen, stimmte nachdenklich. Aber auch der Respekt für Menschen, die im Pflegeberuf arbeiten, ist gewachsen. Durch den Perspektivenwechsel konnten die Jugendlichen ihren Horizont erweitern und die Einsicht gewinnen, dass jedes menschliche Leben lebenswert ist und Unterstützung verdient.

Christina Rauh

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